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Das "Chiesgruobe-Echo Wangen-Tuggen" ist nicht ein Verein wie jeder andere.
Nicht nur, dass wir anstatt schön vor allem laut spielen und nicht der Genuss von Alkohol, sondern das Lustigsein im Vordergrund steht, nein, auch seine Geschichte ist sonderbar. An einem Dienstagabend im Dezember 1973, anschließend an eine Musikprobe der Bürgermusik Tuggen, beklagten sich etwa sieben bis acht Musikanten über den stetig vor sich gehenden Zerfall der Fasnachtsbräuche in der March. Tuggen kam besonders schlecht weg. Kaum mehr einen richtigen Maskenball konnte man erleben. Die Butzis waren am Aussterben.
"Warum machen wir eigentlich selber nichts?" Hans-Peter Spiess, ein siebzehnjähriger Trompeter, wünschte, er könnte einmal mit ein paar Musikkollegen währen der Fasnacht auf der Strasse musizieren.
Diese Idee wurde gehört, verstummte jedoch sogleich wieder. Einen Monat später kam Hans-Peter auf seinen Wunsch zurück. Enttäuscht stellten sie jedoch fest, dass es zuwenig junge Leute im Dorf gab, um eine genügende Besetzung zu erreichen. Da erinnerte sich Stefan Bruhin eines Kameraden aus dem Nachbardorf Wangen, der mit ihm zusammen das Lehrersemi besucht hatte. Da er ein guter Klarinettler war und dem Musikverein Wangen angehörte, fragte Stefan ihn, ob er nicht ein paar Leute aus seinem Dorf zusammenbrächte. Duli, so hieß sein Kamerad, sagte zu, und sie beschlossen, sich am Fasnachtsmontag zu einer Probe im Löwensaal in Tuggen einzufinden. Zuerst waren neun Tuggner da, etwas später gesellten sich acht Wanger dazu. Etwas scheu und befangen saßen sie da, und bestellten sich was zu trinken.
Das Durchschnittsalter mag etwa 17 Jahre gewesen sein. Es stellte sich heraus, dass der Jüngste noch die 6. Klasse besuchte, während der Älteste doch schon 22 Jahre zählte.
Alle hatten ihr Instrument mitgenommen, das sie im Musikverein verwendeten. Die Probe konnte eröffnet werden. Dulis Trillerpfeife schrillte zum ersten Mal. Die anfängliche Unsicherheit über das Gelingen des Zusammenspiels und die Hemmungen vor sovielen neuen Gesichtern waren mit einem Male verflogen. Alle trauten kaum Ihren Ohren, als es wirklich tönte, laut, rhythmisch fest und mit jenem typisch schränzenden Ton, der von Guggenmusiken her bekannt war.
Am Güdelzyschtig, dem letzten Fanachtstag in der March, trafen sich die jungen Guggerinnen und Gugger in Tuggen. Jeder hatte sich möglichst originell verkleidet. Da nicht viele Leute im Dorf anzutreffen waren, bestiegen sie bald mal ihren, auf Hochglanz polierten Hürlimann Traktor, und zogen nach Wangen und schließlich nach Lachen. In bester Fasnachtsstimmung begaben sie sich zum Spital, wo sie ein Ständchen darboten. Die Patienten bedankten sich für die fasnächtlichen Grüssen, indem sie ihnen Geldstücke und Süßigkeiten zuwarfen. Von nun an schickten sie René, den Kleinsten, mit einem Hut zu den Zuhörern, die uns meistens willig ein paar Batzen spendeten.
Am 4.4.1974 trafen sich alle Fasnachtsmusikanten im Hirschen in Wangen. Zwei Vorschläge lagen vor, wie sie ihr angenehmes Gruppenerlebnis vom Fasnachtsdienstag verarbeiten könnten. Der erste sah vor, einen losen Kontakt beizubehalten. Die Mehrheit hingegen wünschte sich eine festere Gruppenorganisation, und wählten einen Vorstand, der sogleich den Auftrag erhielt, bis Ende November einen Statutenentwurf vorzubereiten. Anfangs Dezember versammelten sie sich abermals, um die Statuten zu diskutieren und sich für eine Festlegung Programms zu entscheiden. Sie kamen überein, ihre Vereinigung als "Guggenmusik" zu bezeichnen, Kameradschaft und Geselligkeit unter den Mitglieder zu fördern, sowie das Fasnachtsleben in der March zu beleben und bereichern. Fehlte also nur noch ein passender Name. Da sie kaum Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Dörfern Wangen und Tuggen entdecken konnten, die sie auf einen Namen gebracht hätten, blieben ihre Gedanken an den kahlen Wänden der Kiesgruben hängen, die sich entlang des Buchberges, zwischen Wangen und Tuggen, dahinziehen...
Eine neue Guggenmusik ist geboren:
CHIESGRUOBE-ECHO WANGEN / TUGGEN
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